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| Exsila Blog - Tagebuch der Revolution |
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Tauche ein in die riesige Vielfalt bei Exsila
Zweimal Kult komplett verschieden: Terminator und Harry Potter 1984 wurde Terminator zum Kultfilm. Arnold Schwarzenegger sprach als Cyborg aus der Zukunft ganze siebzehn Sätze. Es folgten der zweite und der dritte Teil und seit kurzen ist Terminator Salvation bei uns auf der grossen Leinwand zu sehen. Terminator-Filme sind immer wieder eine hitzige Diskussion wert: Welcher der Terminator-Streifen geniesst den höchsten Kultfaktor, welcher ist der gelungenste und welcher ist der schlechteste? Macht euch jetzt ein Bild bei Exsila: Die Terminator-Filme 1 bis 3 sind in verschiedenen Versionen verfügbar. Ausserdem könnt ihr mit den Terminator Video-Games selber in den Kampf Maschine gegen Mensch eintauchen.Auch über die Bücher und Filme des jungen Zauberer Harry Potter wird viel diskutiert. Darf man Potter auch als Erwachsener lesen? Verschafft der böse Zauberer Lord Voldemort meinen Kindern keine Albträume? Warum sind die Bücher so erfolgreich? Und werden die Filme den Büchern gerecht oder nicht?  Fakt ist: Harry zählt Millionen von Fans auf der ganzen Welt. Der neue Harry-Potter-Film „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ hat in den USA bei seinem Start zur Geisterstunde alle bisherigen Mitternachtsrekorde an den Kinokassen gebrochen und spielte am ersten Tag rund 22,2 Millionen Dollar ein. Die Harry-Potter-Romane wurden fast neuneinhalb Jahre durchgehend in den Bestsellerlisten der New York Times geführt. Die Bestsellerlisten mussten daher sogar angepasst werden. Und: Die Autorin Joanne K. Rowling ist heute reicher als die Queen. Bestellt euch alle Harry Potter Bücher, Audiobooks, Filme und Video-Games jetzt bei Exsila und taucht in die Zauberwelt von Hogwarts ein.Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
Exsila-Filmkritik - Blade Runner
 Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel Einstieg Harrison Ford turnt zurzeit als Opa Jones über die Kino-Leinwände und lässt dabei seine Peitsche knallen. So nach dem Motto „in Ford we trust“ liessen schon andere Regisseur-Legenden Harrison in actionlastigen Filmen seine sportlichen Fähigkeiten entfalten. Einer dieser Kultregisseure ist Ridley Scott und er schuf ein Science Fiction-Drama, welches bis heute Seinesgleichen sucht: „Blade Runner“! Nebst dem skurrilen Prunkstück „2001: A Space Odyssey“ erreichen nur noch ganz wenige SciFi-Filme die schwermütige, bedrückende Tiefe eines „Blade Runner“.
Kritik Im Jahr 2019 ist Los Angeles (wohl als Symbol für den Rest der Erde) ein Hort ewigen Dauerregens, ein vekommenes Loch aus heruntergekommenen Viertel und überbevölkerten Strassen. Die Stadt versinkt in einem Sumpf aus Elend, lange Schornsteine überragen die Stadt und paffen schmutzige Luft in das längst eingeschwärzte Himmelszelt, nur das Hauptquartier der Tyrell Corporation überstrahlt als leuchtende Pyramiede das dunkle Anlitz der Stadt. Das Versprechen auf fernen Planeten ein besseres Dasein fristen zu dürfen wird getrübt durch die Tatsache, dass diese Welten von Androiden erschlossen wurden. Diese künstliche Wesen mit emotionaler Entwicklungsfähigkeit, auf vier Jahre beschränkter Lebensdauer und kaum von Menschen zu unterscheidendem Aussehen sind eine Monopolproduktion dieser Tyrell Corporation. So ist diesen sogenannten „Replikanten“ auch auf den Tod verboten, die Erde zu betreten. Immer wieder versuchen aber kleine Gruppen dieser Androiden auf der Erde Fuss zu fassen und werden dann gnadenlos von den „Blade Runnern“ gejagt, einer auf die Replikanten-Jagd spezialisierte Sondereinheit der Polizei. Als eine Gruppe Replikanten der neuesten „Nexus-6“-Generation Menschen töten und auf die Erde gelangen wird der ehemaligen Blade Runner Rick Deckard (Harrison Ford) reaktiviert um die Eindringlinge zu jagen und zu eliminieren (bzw. in den „Ruhestand“ zu befördern). Die dramatische Jagd auf die künstlichen Wesen rufen im knallharten Deckard auf einmal Gefühle des Zweifels betreffend seiner Eliminierungs-Mission hervor und als er sich zudem in eine der Replikantinnen verliebt wird der Jäger auch zum Gejagten.
Mit „Blade Runner“ schuf Ridley Scott fast einen finanziellen Flop, welcher aber im Lauf der Zeit doch noch als ein grossartiges SciFi-Drama erkannt wurde. Die Schwermütigkeit des Filmes ist denn wahrscheinlich auch ausschlaggebend dafür, dass das Drama erst mit der Zeit Kultstatus erreichte – denn „Blade Runner“ ist ganz grosses Kino. Allerdings ist der Film kein Leckerbissen für zwischendurch, die Handlung wird trotz einfacher Ausgangslage (menschlicher Polizist jagt künstliche Eindringlinge) im Laufe der Zeit nachdenklicher, es werden Fragen über Sein und Nicht sein aufgeworfen, religiöse, wissenschaftliche und moralische Gedankenstränge werden in die Handlung eingeflochten und der zu Beginn einfache Plot entwickelt sich zu einer schon fast philosophischen Debatte über die gottspielende Menschheit. Der Film wirkt sehr schwermütig, es regnet die ganze Zeit über, die Gesichter der Menschen sind verzweifelt, die Gespräche fügen sich in den zähflüssigen Menschentross in den Strassen der Stadt ein, die Verzweiflung der Gesellschaft ist in jeder Einstellung hautnah spürbar. Selten hat mich ein Film derart in eine bedrückende Stimmung versetzen können wie Blade Runner! Mit ein Grund für dieses faszinierende Drama sind auch die Schauspieler: Harrison Ford als Rick Deckard spielt die rolle des vorerst gleichgültigen, knallharten Blade Runners brilliant und es ist ohne Wenn und Aber eine, wenn nicht sogar die beste schauspielerische Leistung seiner Karriere. Im gleichen Atemzug möchte ich aber auch Rutger Hauer als Replikant Roy Batty erwähnen, der mit seinen philosophischen, emotionlos-zynischen Gesprächen Harrison Frod jederzeit das Wasser reichen kann. Nebst den kurzen aber eindrucksvollen Actionsequenzen lebt der Film vorallem von den Emotionen, Ängsten und Hoffnungen der Protagonisten wie z.B. auch der Replikantin Rachael (Sean Young), in welche sich Deckard verliebt. Auch gebe ich noch zwei Empfehlungen ab: Wer gerne ein Happy End geniessen möchte, sollte sich die Original-Kinoversion schauen, wer aber den philosophischen Plott mit einem würdigen Abschluss des Filmes weiterführen möchte, sei der Directors Cut von Ridley Scott ans Herz gelegt. Auch wenn das Happy End in Ordnung geht, für mich entfaltet der Film seine ganze Brillianz erst mit diesem eindrücklichen, nachdenklich stimmenden Directors Cut-Abschluss.
„Balde Runner“ ist aufgrund seiner Dramaturgie, Bildsprache und Tiefgründigkeit eigentlich eine Empfehlung für alle Exsilaner, der Film ist jedoch keine leichte Kost sondern verlangt auch viel Geduld, denn viele Szenen ziehen sich in die Länge. Trotzdem ist „Blade Runner“ einer der Filme, den man halt einfach gesehen haben muss – Kult, Dramatrugie, Spannung, Visuelle Perfektion und dank Vangelis auch ein musikalischer Hörgenuss – ein Film, der auch nach vier Replikanten-Jahren noch in Erinnerung bleibt ☺!
Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
Exsila-Filmkritik - French Connection – Brennpunkt Brooklyn
 Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel EinstiegEnde März zügle ich und natürlich ist das auch immer ein guter Grund, wieder einmal Dinge zu entsorgen, die dank menschlichem Sammelwahn bereits unter einer Schicht noch nicht erforschter Pilzkulturen ein Dasein in Einsamkeit fristen. Die kürzlich freigelegten Gegenstände waren Relikte aus einer beinahe vorsintflutlichen Zeit, als das Wort DVD allenfalls von ein paar mutigen Propheten in den Mund genommen wurde: Ich entdeckte ein paar VHS-Kassetten! Ein Film hat dabei meine besondere Aufmerksamkeit erregt: French Connection! Als dieser Film 1971 das Licht der Kinosäle erblickte war sogar meine Existenz noch nicht beschlossene Sache. Da ich aber mittlerweile nicht mehr im Besitz eines VHS-Abspielgerätes bin, bestellte ich mir den Film bei Exsila und erfreute mich über die digitalisierte Version dieses Thrillers! Der Film hat auch im Alter von 37 Jahren (in Menschenjahren umgerechnet sind das dann etwa deren 370) nichts von seiner Brillanz eingebüsst. French Connection ist ohne zu übertreiben der Ursprung des modernen Thrillers, ein cineastischer Meilenstein, welcher zu recht mit fünf Oscars ausgezeichnet wurde. KritikDetective Jimmy Doyle (Gene Hackmann), auch „Popeye” genannt, ist aus menschlicher Sicht nicht der Traum der Schwiegermama, ein rassistisch angehauchter, zu Gewaltätigkeiten neigender Rüpel, der aber dank seiner unkonventionellen Methoden erfolgreich im Drogendezernat kleinere bis mittlere Gesetzesbrecher einbuchtet. Per Zufall gerät er mit seinem Partner Detective Buddy Russo (Roy Scheider) in einem Nachtklub an Salvatore Boca, den sie mehr aus einer Laune heraus observieren und dabei an den französischen Drogenboss Alain Charnier (Fernando Rey) geraten. Mit Abhöraktionen und Observationen kommen sie einem grossen Drogendeal auf die Spur, welcher in New York abgewickelt werden soll. Dabei verbeisst sich Doyle immer mehr in den Fall und legt sich auch mit dem ihm zugeteilten FBI-Agenten Mulderig (Bill Hickman) an. Als Charnier zusätzlich ein Attentat auf Doyle verübt, erklärt er den Fall zu seinem persönlichen Rachefeldzug und eine wilde, spektakuläre Hatz zwischen Doyle und Charnier beginnt, bis in einem actionreichen Finale das Drama unweigerlich seinen Lauf nimmt. Regisseur William Friedkin hat mit French Connection einen spannungsgeladen, aber auch realistischen, harten und düsteren Thriller gedreht, welcher übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht. Der Film setzt gleich mehrere Glanzpunkte: Zum einen werden die Observierungsaktionen ausführlich gezeigt und obwohl diese Szenen meistens ruhig verlaufen, sind sie sowohl dramaturgisch als auch visuell äusserst spannend umgesetzt. Das absolute Highlight des Filmes ist aber eine mehrminütige Verfolgungsjagd, bei der Doyle den Killer Nicoli, welcher sich in einer Hochbahn verschanzt hat, mit dem Auto verfolgt. Diese Szene wurde äusserst rasant und dramatisch umgesetzt und wenn man bedenkt, welche beschränkten filmische Mittel früher zur Verfügung standen und diese Verfolgungjagd bis heute praktisch ungeschlagen ist – da ziehe ich doch gerne Doyles Schlapphut für diese tolle Leistung ☺. Und natürlich glänzen auch die Schauspieler mit intensivem Spiel, allen voran Gene Hackmann, welcher für die Rolle nur mit dem Oscar ausgezeichnet werden konnte und sich damit die Basis für viele weitere Charakterrollen legte. Für mich ist die Rolle des Jimmy Doyle durch Gene Hackmann eine der intensivsten und realistischsten Darstellung eines Filmcharakters in der langen Liste guter Darstellungen. Zuweilen wirken die anderen Schauspieler sogar etwas blass, das liegt aber wirklich nicht an deren schlechten Schauspielkunst, als vielmehr der brachialen und intensiven Ausstrahlung von Hackmann. Nur Fernando Rey als Alain Charnier mag da wirklich mithalten. French Connection ist eigentlich eine Empfehlung für alle Exsila-Cineasten, für Fans von Gene Hackmann ist dieser Film sowieso ein Muss. Besonders angesprochen werden aber Exsilaner sein, die auf intensive Atmosphäre sowie spannende und dichte Erzählung setzen.Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
Exsila-Filmkritik - Adams Äpfel
 Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel EinstiegEine kleine Apfelkunde gefällig? Der Apfel ist die älteste vom Menschen kultivierte Frucht und findet Platz in vielen Sagen, z.B als Verjüngungsfrucht für Iduna, die Göttin der ewigen Jugend in der nordischen Mythologie. Gleichwohl, in menschlichen Gefilden fällt der Apfel von oben nach unten und dabei sprichwörtlich oft nicht weit vom Stamm. Dabei ist er nicht selten faul und wurmstichig, also nichts mit „göttlicher Speise“. Die bekannteste und gleichzeitig unwahrscheinlichste Apfelgeschichte ist jene von Adam und Eva, welche sich laut Bibel im Garten Eden zugetragen haben soll. Wir widmen uns aber der irdischen Erzählung von Adam und Ivan. Auch hier geht’s um einen Apfelbaum, aber auch um einen gewaltätigen Neonazi, verklärten Dorfpfarrer, kleptomanischen Triebtäter (oder getriebenen Kleptomanen?) und arabischen Terroristen. Das klingt alles politisch und gesellschaftlich sehr inkorrekt und geschmacklos? Das ist es auch, aber mit Herz, Hirn und einer gehörigen Portion Schwarzem Humor! Dieser Film ist eine wahre „dänische Delikatesse“! KritikAdam ist überzeugter Neonazi, kahlrasiert wird er in die abgelegene Mission von Dorfpfarrer Ivan geschickt um sich zur „guten Seite“ bekehren zu lassen. Dort trifft er auf den 300-pfündigen Kleptomanen Gunnar und den zu Gewaltätigkeiten neigenden Araber Khalid, die sich unter der Obhut des verständnisvollen Ivan einem Resozialisierungsprogramm angeschlossen haben. Adams Integrationsprogramm besteht aus der Pflege des Apfelbaums im Kirchgarten sowie dem Backen eines Apfelkuchens – eine passende Aufgabe für einen bulligen Rechtsextremen. Bald schon gibt’s natürlich die ersten Konflikte zwischen dem destruktiven Adam und dem Gutmenschen Ivan. Der auf dem klassischen Schema „Gut gegen Böse“ aufbauende Konflikt entwickelt sich zu einem surreal anmutenden Kampf zwischen einem Adam, der die weltfremde Weltanschauung von Ivan nicht versteht und einem Ivan, welcher sich ständig vom Teufel herausgefordert fühlt und sich seine eigene himmlische Welt aufgebaut hat. Als dann auch noch die Alkoholikerin Sarah auftaucht, eskaliert das spannungsgeladene Gefüge und nimmt eine dramatische Wende. Man darf bedenkenlos behaupten: Adams Äpfel ist eine kleine Filmperle! Der Film schafft das unglaubliche Kunststück sowohl politisch wie gesellschaftlich unkorrekt zu sein, im gleichen Atemzug aber auch tiefgründig, anklagend, herzlich und humorvoll. Nebst einem klugen Drehbuch von Regisseur Anders Thomas Jensen verdankt dies der Film vorallem einem hervorragenden Schauspieler-Ensemble, allen voran Ulrich Thomsen als Neonazi Adam und Mads Mikkelsen als Pfarrer Ivan. Es ist herrlich um nicht zu schreiben grandios, den ungläubigen Gesichtszügen von Adam zu frönen, wenn er wieder einmal mit der realitätsfremden Welt von Ivan konfrontiert wird. Die Weltanschauung von Ivan ist teilweise so abstrus naiv, dass wir ihm am liebsten selber gehörig die „Fresse polieren“ möchten. Diesen Part übernimmt jedoch der erstaunlich zurückhaltende Adam, aber wenn er die Fäuste fliegen lässt, kann man ein gewisses Verständnis für Adams Wutausbruch nicht wegleugnen. Der Film lebt denn auch von diesem paradoxen Spiel der Sympathien, dass man Verständnis für die Aktionen eines Rechtsextremen hat, welcher den Gutmenschen Ivan vermöbelt. Es ist die Wandlung der beiden Hauptdarsteller im Laufe der Geschichte, welche dem Film neben dem hohen Spassfaktor eine glaubwürdige Tiefgründigkeit verleiht. An der Stelle, wo Adam Ivans heile Welt mit viel Freude zerstört und dieser an der Realität zu zerbrechen droht, erkennt Adam den Fehler seines Tuns - denn ohne die Überzeugung und Kraft von Ivan verlieren auch die anderen Missionsbewohner den Halt in ihrem Leben. Mit der Zerstörung von Ivans Lebenslüge durch Adam zieht dieser auch Gottes Zorn auf sich, diese Sequenz ist denn auch die einzige übersinnliche Einmischung in das Leben von Adam. Aber auch hier schafft es Regisseur Anders Thomas Jensen nicht kitschig oder unglaubwürdig zu werden. Dies deshalb, weil die Parabel zu der biblischen Erzählung mit dem brennenden Dornbusch eine reine Interpretations-Angelegenheit ist - man kann sich einfach nicht sicher sein, ob es nun eine Einmischung höherer Kräfte ist oder es einfach wieder mal Zeit war, dass ein Blitz in einen Apfelbaum einschlägt. „Adams Äpfel“ ist ein spezieller Film mit viel Herz und einem ausgeprägten Sinn für skurrilen Humor. Der intelligente Plot weiss jederzeit die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen, die Schauspieler sind mit wenigen Ausnahmen erstklassig! Wer gerne wieder mal eine europäische bzw. dänische Filmproduktion fern von hollywoodtypischem Gigantismus geniessen möchte, sollte diesen Film nicht verpassen. Ein Film für alle ExsilanerInnen, die gleichzeitig mit dem linken Auge weinen und dem rechten Auge lachen möchten. Viel Spass beim Tauschen!Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme, Wettbewerb
Exsila-Filmkritik - Black Rain
 Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel Einstieg
Viel Staub hat sich seit der letzten Exsila-Filmkritik angesammelt, erst ein üppiger „Black Rain“ hat uns eine weitere Film-Perle rausgewaschen. Auch wenn der Filmtitel schlussendlich rein gar nichts mit dem Filminhalt zu tun hat (ich nehme zu diesem seltsamen Handlungskonstrukt im Film noch Stellung), so ist „Black Rain“ von Ridley Scott ein Muss für alle Thriller- und Michael Douglas-„Fan-Atiker“. Kritik
Nick Conklin (Michael Douglas) entspricht dem Bild eines klischeebehafteten Grosstadt-Polizisten: Knallhart, verdammt gut und angemessen „korrupt“ – zumindest denkt das die Untersuchungsbehörde, welche sich ihm wie ein Blutegel an die Fersen geheftet hat. Zusammen mit seinem Partner Charlie Vincent (Andy Garcia) wird er zudem Zeuge eines kaltblütigen Mordes zwischen zwei verfehdeten japanischen Yakuzza-Clans inmitten einem New Yorker Restaurant. Nick und Charlie gelingt es in der darauffolgenden Verfolgungsjagd den eiskalten Killer Sato (Yusaku Matsuda) dingsfest zu machen. Widerwillig müssen Nick und Charlie mit Sato nach Tokio fliegen, um diesen den japanischen Behörden zu übergeben, wo sie übers Ohr gehauen werden und Sato fliehen kann. Es bleibt den beiden New Yorker Polizisten nichts anderes übrig, als mit den japanischen Behörden zusammenzuarbeiten, um den Flüchtigen Sato wieder einzukerkern. Dabei müssen sich die beiden nicht nur mit der übermächtigen Yakuzza anlegen, sondern sich auch mit der Kultur und dem ausgeprägten Gemeinschaftssinn der Japaner auseinandersetzen. Zumindest Nick Conklin als der klassische Einzelgänger findet zunächst keinen Zugang zu diesem japanischen Einheitsdenken und dem Polizisten Masahiro Matsumoto (Ken Takakura), welcher den beiden als Vermittler zur Seite gestellt wird. Erst ein tragisches Ereignis lässt seine harte Schale brechen und bringt ihn dazu, sich der japanischen Mentalität zu nähern und über seinen einzelgängerischen Schatten zu springen. Kultregisseur Ridley Scott hat mit „Black Rain“ einen äusserst packenden, emotionalen und atmosphärisch dichten Thriller geschaffen, der auch fast 20 Jahre danach unglaublich zu faszinieren weiss. Was mich neben der toll inszenierten Action und Spannung vorallem beeindruckt sind die kulturellen Hintergründe der japanischen und amerikanischen Lebensweise, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite der unglaubliche Gemeinschaftssinn der Japaner, in welchem das Individuum eine schon fast untergeordnete Rolle hat und sich in den Dienst des System stellen sollte. Auf der anderen Seite der amerikanische Lebensstil, in welchem der Mensch als Einzelperson eine weitaus wichtigere Bedeutung hat, was einem viel mehr Freiheit und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten gewährt, aber auch Korruption und Machtgier auf nahrhaften Boden stossen. Diese beiden gegensätzlichen Lebensphilosophien wurden von Ridley Scott sicher verstärkt klischeehaft inszeniert, dafür wurde er von vielen kritisiert – ich hingegen meine: Ein künstlerisch legitimer Eingriff, denn nur so ist es möglich, dass der Film in zwei Stunden eine knisternde Atmosphäre aufbauen kann. Trotz einiger Klischees vermeidet es Scott nämlich zu urteilen, er verknüpft Spannung und diesen kulturellen Unterschied geschickt zu einem spannungsgeladenen Thriller. Allerdings missfällt mir die Szene um die Argumentation der japanischen Mafia, Falschgeld zu drucken um es den Amerikanern heimzuzahlen, weil sie anno 1945 die Atombombe gezündet und damit indirekt den Japanern den Kapitalismus aufgedrängt haben: Diese Konversation zwischen Conklin und Mafiaboss Sugai wirkt im Kontext zum Rest des Filmes ziemlich unglaubwürdig, ja geradezu konstruiert. Das hat nichts mehr mit „Black Rain“ zu tun, sondern das war ein „Blackout“ der Drehbuchschreiber ☺. Doch abgesehen von diesem Schönheitsfehler: Auch die Schauspieler wissen zu überzeugen, an vorderster Front einmal mehr Michael Douglas, der sich in der Rolle dreckiger „Helden“ am wohlsten fühlt. Den Nick Conklin spielt er mit einer rauhen Arroganz und seine Abneigung der japanischen Gemeinschafts-Philosophie gegenüber ist intensiv und beeindruckend gespielt - ebenso seine späteren Annäherungsversuche an diese ihm fremde Lebenshaltung aus dem „Land der aufgehenden Sonne“. Auch die anderen Schauspieler fallen keineswegs ab, vorallem Andy Garcia weiss mit seinem treuen „Hundeblick“ die Herzen zu erweichen, was keinesfalls negativ gemeint ist...wau-wau ;-). Black Rain ist allen Exsilanern zu empfehlen, die in erster Linie einen sehr spannenden, handwerklich und atmosphärisch überdurchschnittlich guten Thriller sehen möchten. Wer sich zudem nicht an der künstlerischen Freiheit von Ridley Scott stört, dass er der Atmosphäre zuliebe die Handlung mit zusätzlichen Klischees würzt, sage ich einfach: Scheibe rein und zwei spannende Stunden vor der Glotze verbringen! Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
Bald 200 Exsila-Tauschinseln!
 Exsilaner wollen auf die Insel! Jeden Tag werden neue Tauschinseln eröffnet, bald sind es schon 200 Inseln mit fast 2000 Inselbewohnern! Wer auch auf die Insel will, soll einer beitreten, seine eigene gründen und sich den Film die Insel reinziehen. Hier die Exsila-Filmkritik Die Insel written by Pavona, offizieller Exsila-Engel  Mit dem Versprechen bald auf die Insel verlegt zu werden, dem letzten unverseuchten Paradies auf Erden, wachsen Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor) und Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) in einer kontrollierten Umgebung auf. Bald jedoch kommt Lincoln einer grossen Verschwörung auf die Schliche, sein Leben entpuppt sich als inszenierte Lüge und so plant er mit Jordan den Ausbruch aus dem Gefängnis um in der Freiheit sein wahres Ich zu finden. Mit „Die Insel“ gelang Michael Bay ein actiongeladener, spannender Blockbuster mit einer leider etwas zu aufgesetzten Tiegründigkeit, die im Fahrwasser von Michael Bay-typischem Pathos nicht ganz glaubwürdig erscheint. Trotzdem ist „Die Insel“ unterhaltsames Popcorn-Kino mit rasanter Action und tollen Verfolgungsjagten - natürlich auf filmtechnisch höchstem Niveau inszeniert. Labels: Exsila-Community, Exsila-Filmkritik, Exsila-News, Film-Tipps, Filme, Tauschinseln
Exsila-Filmkritik - A Fish Called Wanda
 Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel  Einstieg Eine Menschengruppe sitzt auf dem Sofa und hält sich verkrampft die bis aufs äusserste gespannten Bauchmuskeln, mal krümmen sie sich nach vorne nur um dann gleich wieder nach hinten zu wippen. Aus aufgeweichten, roten Augen quellen tränengefüllte Sturzbäche links und rechts die Wangen hinunter, vorbei an einem bis zum Anschlag geöffneten Mund, welcher in einer Pose ewigen Lachens verharrt und dabei mehr oder weniger weisse Beisserchen enthüllt. Doch aus dem geöffneten Mund ertönt weder Lachen noch Weinen, nur ein mitleiderregendes Japsen, das Ringen nach Luft – die gespenstische Stille dieser Szenerie lässt befürchten, dass eine Gruppe Menschen qualvoll erstickt! Weit gefehlt, sie alle sitzen vor der Glotze und schauen „A fish called Wanda“ – wobei die einen oder anderen sicher mit Luftmangel zu kämpfen haben. Kritik George Thomason (Tom Georgeson) ist ein britischer Gentlemen mittleren Alters, wie er in den Chroniken des Königshaus beschrieben ist: korrekt und beherrscht aber steif und unflexibel! Weniger königlich ist sein Unterfangen, einen Juwelierladen auszurauben. Für dieses Vorhaben lässt er eine kunterbunte Truppe um sich scharen: Seine undurchsichtige aber clevere Freundin Wanda Gershwitz (Jamie Lee Curtis), Wandas dämlicher, möchtegernintellektueller Bruder Otto West (Kevin Kline) sowie den stotternden, tierliebenden Ken Pile (Michael Palin). Nach erfolgreichem Überfall erfolgt der ebenso erfolgreiche Verrat von Wanda und Otto an George. Dieser wandert in den Knast – mit ihm aber auch das Wissen über den Verbleib der Beute. So lässt Wanda ihre weiblichen Reize spielen und bringt Georges überkorrekten Anwalt Archibald Leach (John Cleese) ein ums andere mal um den Verstand, um ihm das Geheimnis über die versteckte Beute zu entlocken. Und so nimmt die Geschichte ihren turbulenten, höchst amüsanten Verlauf: Otto entpuppt sich als italo-amerikanischer Liebhaber von Wanda und seine Eifersucht auf Archibald nimmt immer groteskere Formen an, während Ken, Vertrauter von George, verzweifelt versucht die einzige Zeugin des Überfalls ins Jenseits zu befördern. Doch die alte Frau mit den drei kleinen Hund erweist sich als „zähe Gegnerin“. Für mich ist „A fish called Wanda“ auch nach bald 20 Jahren immer noch DIE Mutter aller Komödien – und ich bin wahrscheinlich nicht alleine mit dieser Meinung! Selten hat es ein Darsteller-Enseble geschafft, dass meine Tränensäcke bereits nach einer Stunde den Notruf „Wassermangel“ an die Schaltzentrale senden mussten – nach zwei Stunden waren sie dann endgültig ausgetrocknet. Die herrlich skurrilen Charaktere sind das tragende Element des Filmes, der mit ungewöhnlichen und schwarzhumorigen Szenen geradezu brilliert. Mit dem „Banner der Komik“ an vorderster Front schreitet Kevin Kline, der für seine Darstellung des dümmlichen Oscar sogar mit dem Otto als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde...äh...umgekehrt natürlich! Als machogeschwängerter Möchtegernintellektueller beglückt er uns mit einer mimischen Meisterleistung, wenn er z.B. vergnüglich, vor den entsetzten Augen von Tierliebhaber Ken, die Fische aus dem Aquarium verspeist. Wie immer ist auch John Cleese ein Garant für Lacher: Als konservativer Anwalt Archibald Leach wird er mit der aufreizenden Wanda konfrontiert und sein innerer, verkrampfter Kampf zwischen britischer Verklemmtheit und zügelloser Lust ist einfach nur drollig! Michael Palin (neben John Cleese der zweite „Monty Python“-Mann) als stotternder Ken lässt ebenfalls kein Auge trocken, wenn sein sowieso herrliches Grimassengesicht von sensibler Liebenswürdigkeit zu überschäumender Wut wechselt. Obwohl alle Figuren im Film überzeichnet sind wirkt ihr Handeln ihren Rollen entsprechend immer glaubwürdig, was auch einen Teil des grossen Erfolg des Filmes ausmacht. Der Humor ist typisch britisch, oft abgrundtief schwarz, dann wieder angenehm subtil! „Ein Fisch namens Wanda“ ist allen Exsilanern zu empfehlen, die mit skurrilem, britischem Humor ihre Freude haben werden. Die Szenen sind teilweise rabenschwarz aber nie geschmacklos, wer sich also wieder einmal knapp zwei Stunden lang einfach nur köstlich amüsieren möchte, liegt mit dieser Komödie ganz bestimmt nicht falsch. Und wer sich den Film reinzieht und mich danach am liebsten mit einer Walze plätten möchte, weil die Lachmuskeln nur bedingt in Anspruch genommen wurden, lege ich folgenden Wortwechsel zwischen Wanda und Otto nahe (bitte nicht böse sein ;-)): Wanda: Ich habe schon Pullover mit einem höheren IQ gehabt, aber Du denkst, Du bist ein Intellektueller, Du Affe! Otto: Affen lesen nicht Philosophie-Bücher! Wanda: Doch Otto, das tun sie, sie verstehen sie bloss nicht! Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
Exsila-Filmkritik - Fight Club
 Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel  Einstieg 1. Regel: Du sollst nicht über den Fight Club reden 2. Regel: Du sollst nicht über den Fight Club reden 3. .... Nun, wir wollen keine Regeln brechen – tun wir auch nicht, denn schon in der Schule gabs zwei Noten für jeweils eine mündliche und eine schriftliche Ausdrucksweise. Eine Medaille und ihre Kehrseite eben - wir nutzen nun diese Kehrseite, um eine nicht eindeutige Regel des Fight Clubs zu unseren Gunsten auszulegen: Anstatt zu reden schreiben wir über den Fight Club. Schlussendlich geht’s immer um zwei Seiten: Die eine...und eben die andere! Auch dieser Film von David Fincher bedient sich dieser Thematik – und auch er beleuchtet die andere Seite! Kritik Jack (Edward Norton) steht, mit dem amerikanischen Durchschnitts-Meter gemessen, eigentlich auf der erfolgreichen Seite des Lebens: Gutbezahlter Job bei einer Autofirma, er kann sich seine Wohnung nach Lust und Laune mit IKEA-Möbeln ausstatten und er ist unabhängig. Trotzdem fühlt er sich einsam, ausgelaugt und unzufrieden, denn er leidet unter Schlafstörungen. Jack sucht die Lösung dieses vorerst oberflächlichen Problems in verschiedenen Selbsthilfegruppen und klinkt sich so unter falschem Vorwand bei den Hodenkrebserkrankten ein. Tatsächlich sind seine vorgetäuschten Selbsthilfe-Ausflüge vorerst vom Erfolg gekrönt, seine Schlafstörungen verschwinden – bis er Marla (Helena Bonham Carter) kennenlernt, die sich wie er als sogenannte „Touristin“ in die verschiedenen Gemeinschaften mogelt. Nun nimmt Jacks säuberlich „portioniertes Dasein“, wie er das Leben selbst bezeichnet, einen unkontrollierten Lauf: Während eines Geschäftsfluges lernt er den Seifenhersteller und skurilen Freidenker Tyler Durden (Brad Pitt) kennen. Bei diesem findet er auch Unterschlupf, denn dank eines Gasleckes wird seine Wohnung samt IKEA-Einrichtung in alle Windrichtungen zerstreut. Immer mehr verliert sich Jack in einem Strudel aus vorerst kontrollierbarer Gewalt im Fight Club, welchen er zusammen mit Tyler gegründet hat. Doch dann entgleitet ihm sein Leben zusehends! Fasziniert von Tylers anarchistischer Lebensweise, lebt er zunehmend die Kehrseite seines bravbürgerlichen Daseins und merkt nicht, dass sein Lebenswandel längst sämtliche vorstellbaren Dimensionen eines kleinbürgerlichen „Sesselfurzers“ gesprengt hat. Wie auch in „The Game“ zeichnet David Fincher in „Fight Club“ ein Bild eines aus der Lethargie der modernen Gesellschaft gerissenen Menschen. Vorerst willig aus den oberflächlichen Strukturen unserer Konsumgesellschaft auszubrechen merkt er aber (zu spät?), dass er auch auf der „anderen Seite seiner Seele“ nur ein Sklave einer manipulierbaren und gleichgültigen Gesellschaft ist. Doch diesmal erliegt er nicht dem Duft des Geldes, sondern dem Lockruf der Gewalt. Losgelöst von hollywood-typischen Szenen zeigt uns Fincher ein gesellschaftskritisches Lehrstück, welches äusserst skuril und gewaltätigt daherkommt und in seiner Genialität Seinesgleichen sucht. So stehen sich mit den Selbsthilfegruppen und dem Fight Club zwei unterschiedliche Konstrukte gegenüber, die jeweils symbolisch als „Heilmittel“ für zwei total unterschiedliche Lebensweisen stehen: Heilung durch aufgesetzte Nächstenliebe in der „portionierten Welt der Ordnung“ und Heilung durch kontrollierbare Gewalt in der „anarchistischen Welt des Chaos“. Dabei versucht Fincher nicht zu moralisieren und so lässt auch sein dramatisches, absolut geniales und überraschendes Finale alle Fragen offen - er überlässt es lieber uns Zuschauern, eine für uns adäquate Antwort zu finden. Die Darsteller sind ausnahmslos brilliant: Brad Pitt beweist als abgefahrener Seifenverkäufer Tyler Durden mit der Vorliebe für Gewalt und Schmerzen einmal mehr seine Qualität als hervorragender Schauspieler. Edward Norton ist sowieso eine Klasse für sich, sein zurückhaltendes, teilweise fast introvertiertes Schauspiel ist einfach beeindruckend. Auch Helena Bonham Carter als schräge Marla überzeugt auf der ganzen Linie und sogar Musiker Meat Loaf als hormongeschwängerter Bob mit riesigen Brüsten fällt in dieser Darstellerriege keinesfalls negativ auf. Mit „Fight Club“ schafft David Fincher nach „Seven“ einmal mehr das Bild einer Gesellschaft, welche ungeschliffen und unbearbeitet einem Rohdiamanten aus Gewalt, Anarchie und verweifelter Hoffnung entspricht – das bearbeiten dieses Diamanten aber nicht unweigerlich zum gewünschten Resultat führt. Der Film ist unglaublich faszinierend inszeniert, seine brachiale Tiefgründigkeit verbirgt sich jedoch hinter viel Gewalt und Skurilität und ist daher sicher nicht jedermanns Geschmack. Die teilweise äusserst brutal in Szene gesetzten Prügeleien lösen nicht nur bei Zartbeseiteten eine „Leerschluck-Orgie“ aus. Wer sich auf diese gut zweistündige Achterbahn der Gefühle einlässt erlebt jedoch ein ungewöhnliches Filmerlebnis mit einem der genialsten Finale der Filmgeschichte - welches man jedoch nur erreichen wird, wenn man sich Regel 8 des Fight Clubs verinnerlicht: Wenn heute deine erste Nacht im Fight Club ist, dann musst Du kämpfen. Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
Exsila-Filmkritik - The Untouchables
Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel  Liebe Exsilaner! Habt Ihr gewusst, dass auch Staub ein Mindestmass an Würde besitzt und sich bestimmt nicht auf Hüllen schlechter Spielfilme festsetzen würde? Diese unglaubliche Erkenntnis lässt uns doch die Hoffnung, dass auch in diesem Monat ein Filmhighlight den Exsila-Blog schmücken wird. So entstauben wir denn auch Brian de Palmas Hochglanz-Thriller „The Untouchables“, ein Mafia-Drama, welches Seinesgleichen sucht! Kritik: The Untouchables  Amerika 1930, die Zeit der Prohibition: Das staatlich auferlegte Alkoholverbot ist Nährboden für kriminelle Auswüchse und Gewalt, angeführt wird die Riege der Schwerkriminellen von Al Capone (Robert de Niro). Durch Bestechung, Erpressung und Mord bewegt er sich jedoch unangetastet in der dekadenten Liga „Der Oberen Zehntausend“. Diesem kunterbunten Treiben will Schatzmeister Elliot Ness (Kevin Costner) ein Ende bereiten. Dabei wird er unterstützt vom Streifenpolizisten Jim Malone (Sean Connery), dem Polizeirekruten George Stone (Andy Garcia) sowie dem Buchprüfer des Schatzamtes, Oscar Wallace (Charles Martin Smith). Es beginnt eine hochdramatische Jagd auf Al Capone und seine Schergen, dabei bewegen sich die „vier Unbestechlichen“ in einem Sumpf aus Lügen und Gewalt und müssen bald feststellen, dass sie einen fast aussichtslosen Kampf gegen ein korruptes System führen. Ich habe noch selten einen Film gesehen, welcher so sehr von seiner Musik getragen wurde wie „Die Unbestechlichen“. Egal ob Herzschmerz, Pathos oder Spannung: Star-Komponist Ennio Morricone weiss die Musik perfekt ins Geschehen einzubauen, dass ihm der Oscar für diese Meisterleistung verwehrt wurde, bleibt mir ein Rätsel – schon nur die Titelmusik des Filmes ist schlichtweg brilliant. Dramaturgisch und visuell bietet uns auch Regisseur Brian de Palma einen hochkarätigen, „filmkulinarischen Mehrgänger“: Egoperspektiven beim Hauseinbruch, dramatische Schnittsequenzen zwischen Opernvorführung und Sterbesequenz, spektakuläre Schiessereien, dramatische Verfolgungsjagden. Die Story ist zwar vorhersehbar und gewisse Abläufe scheinen zum Teil etwas konstruiert, schlussendlich ist die Geschichte aber sehr solide erzählt und mit der notwendigen Prise Tiefgang gewürzt. Faszinierend sind auch die Hauptcharaktere, die zum einen unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ein gemeinsames Ziel haben: Den Kampf gegen das Verbrechen! Elliot Ness der Familienmensch und Idealist, welcher unter dem Druck der Gewalt zu zerbrechen droht. Jim Malone, der irischstämmige Polizist, welcher sich jahrelang mit der Korruption innerhalb der Polizei abgefunden hat, zum Zyniker wurde und nun in Elliot Ness die Möglichkeit sieht, das korrupte System zu durchbrechen. George Stone, ein naiv-idealistischer, italienischstämmiger Polizeirekrut, der seinen ursprünglichen Namen Giuseppe Petri abgelegt hat um nicht unter dem schlechten Ruf seiner Landsleute leiden zu müssen. Indem er gegen seinen korrupten Landsmann Al Capone vorgeht sieht er die einmalige Chance, endlich den schlechten Ruf der immigrierten Italiener reinzuwaschen. Die schauspielerischen Leistungen sind durchwegs auf hohem Niveau, Sean Connerys Mimenspiel wurde zurecht sogar mit einem Oscar belohnt. Robert de Niro gibt einen herrlich-widerlichen Al Capone ab: Wenn er mit arrogant-lachender Fratze und dicker Zigarre im Bett Zeitung liest möchte man sein Gesicht am liebsten einfach nur als Boxsack benutzen. Man muss mich nicht bestechen, dass ich diesen Film vorbehaltlos allen Exsilanern empfehle, die einen wirklich aussergewöhnlich spannenden, visuell, musikalisch und dramaturgisch hochstehenden Mafia-Thriller sehen möchten. Die teilweise leicht slapstickartigen Einlagen (ich sage nur: Matrosen auf der Bahnhofstreppe) sind für die einen vielleicht etwas lächerlich, für andere eine willkommene Auflockerung in diesen wirklich superspannenden 115 Minuten. Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
Exsila-Filmkritik: The Game
Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel  Es ist wieder an der Zeit, unser kalkuliertes Zufallspiel um die "Dust Catcher" zu lancieren. Also stelle ich mich vor das virtuelle DVD-Regal, fasse eine (un)bestimmte, verstaubte DVD-Hülle ins Auge und ziehe diese unter höchster Anspannung aus dem Regal...ein Spiel mit den Nerven...and the winner is...."The Game", ein Thriller von David Fincher mit Micheal Douglas und Sean Penn in den Hauptrollen.  Nicholas van Orton (Michael Douglas) ist ein höchst erfolgreicher und knallharter Investment-Banker und er schreckt auch nicht davor zurück, den langjährigen Geschäftspartner und Freund Anson Baer (Armin Müller-Stahl) seines verstorbenen Vaters dem Reichtum zu opfern. Für seinen Erfolg musste er aus menschlicher Sicht allerdings teuer bezahlen: Er ist arrogant, lieblos, ein richtigehend unsympathischer Zeitgenosse. Vor seinem 48. Geburtstag taucht überraschend sein Bruder Conrad (Sean Penn) auf und schenkt ihm einen Gutschein für ein mysteriöses Spiel. Zögerlich lässt sich Nicholas auf "The Game" der Firma CRS ein und wird in einen Strudel von unkontrollierbaren Ereignissen gezogen, bald kann er die Realität von Fiktion nicht mehr unterscheiden und verliert immer mehr die Kontrolle über sein klar strukturiertes Leben. Seine unverarbeitete Vergangenheit über den Selbstmord seines Vaters spielt dabei eine tragende Rolle, wenn sich Paranoia und Realität abwechselnd die Klinke in die Hand drücken...bis Nicholas nur noch um sein nacktes Überleben kämpfen muss.
David Fincher ("Seven", "Fight Club") lässt in "The Game" die Zuschauer in die Haut von Nicholas van Orton schlüpfen, und auch wenn wir uns zu Beginn nur zögerlich mit der ungeliebten Person Van Orton identifizieren, so ändert sich dies im fortlaufenden Film kontinuierlich. Eine überraschende Wendung jagt die nächste bis wir nur noch nägelkauend vor dem Bildschirm sitzen und hoffen, der zuvor unsympathische Nicholas möge doch seinem Schicksal entrinnen.
Wie auch in vergangenen Filmen (z.B. "Wall Street") spielt Douglas auch hier einen von menschlichen Abgründen durchtränkten "Mistkerl". Die Rollen von Michael Douglas sind stets unvorhersehbar und vielschichtig, in der Vergangenheit haben seine Charaktere oft das Zeitliche gesegnet und gerade die Kombination Douglas/Fincher lässt uns einem höchst ungewissen Ende entgegenfiebern. Kann man über die teilweise etwas, für mich übertrieben moralisierende Charakterentwicklung von Nicholas hinwegsehen, bietet uns "The Game" ein Filmvergnügen auf aussergewöhnlich hohem und spannendem Niveau. Wirklich fast im Minutentakt wechseln die einzelnen Charaktere die Seiten, nur Nicholas scheint in diesem Spiel aus Betrug, Täuschung und Mord die einzige Konstante zu sein. Sichtlich vergnügt spielt Fincher mit unserem Verstand und immer wenn wir sicher sind, die Fronten nun klar definiert zu haben, geisselt er uns mit einer neuen Wendung.
Auch der Humor kommt während der ganzen Hetzjagd nicht zu kurz, die ganz "Michael Douglas"-typisch zynischen und "furztrockenen" Sprüche lockern die Anspannung für einen ganz kurzen Moment und geben uns Luft zum Atmen bzw. Schmunzeln. So springt er z.B. mit Christine (Deborah Kara Unger) 10 Meter tief in einen Müllcontainer nur um beim Herausklettern einer Gruppe Chinesen vor einem Restaurant ein "Einen Tisch für zwei, bitte!" in die verdutzten Gesichter zu werfen.
"The Game" ist für alle Exsilaner gedacht, die sich wieder einmal zwei Stunden lang aussergewöhnlicher Spannung und Überraschungen aussetzen möchten. Eine spannende, wendungsreiche Story, tolle Schauspieler und ein Knaller-Finale machen diesen Film zu einem "paranoiden Leckerbissen".
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Exsila-Filmkritik: Heat
Written by Pavona, offizieller Exsila-Engel  Wir möchten uns in den nächsten Monaten einer eher unscheinbaren Filmreihe widmen, welche sich aber immer wieder in unseren DVD-Sammlungen einnistet: Die "Dust Catcher", auf deutsch "Staubfänger". Unter der tonnenschweren Last unzähliger Staubpartikel fristen so viele Perlen der Filmgeschichte ein Dasein in Vergessenheit. Mit Hilfe der Exsila-Entstaubkur sollen nun einige dieser Filme wieder den Sprung ins DVD-Laufwerk schaffen können. Ich ziehe also eine dieser angegrauten DVD-Hüllen aus dem Gestell, wische mit der Handfläche den Staub von der Oberfläche und...HEAT! Ja, was für ein glücklicher Zufall, einer meiner Lieblingsfilme!  Und schon bin ich wieder mitten drin im Geschehen, auch nach dem x-ten Male ist der anfängliche Überfall auf den Wertpapier-Transport durch die Gangsterbande rund um McCauley (Robert de Niro) eine cineastische Augenweide. Und auch Psychopath Wanigro (Kevin Gage) verliert nichts an seiner Brutalität, dank seines Ausrasters endet der Überfall in einem Blutbad. Das ruft den fanatischen Polizisten Vincent Hennah (Al Pacino) auf die Bühne, ein Platzhirsch, wie er im Buche steht. Aber das ist auch gut so, denn mit McCauley steht im eine harte und clevere Nuss gegenüber, die sich nicht so leicht knacken lässt. Es folgen nun auch die privaten Eskapaden und Problemchen der Charaktere. So muss sich Hennah um seine psychisch labile Stieftochter (Natalie Portman) kümmern und lässt seine Frau ein ums andere mal im Regen stehen, was natürlich einem glücklichen Eheleben nicht gerade zuträglich ist. McCauley hingegen verliebt sich ausserplanmässig in die Grafikerin Eady, das bringt zwar seine Libido wieder in Schwung aber sein rationales Denkvermögen leidet darunter. Mit von der Partie auch Val Kilmer, der als cholerisches Gangster-Mitglied alle Einnahmen der Überfälle verspielt und so seine Frau (Ashley Judd) mit Töchterchen gegen sich aufbringt! Diese Geschichten im Privatleben weiss Regisseur Michael Mann also gekonnt in die Hauptstory einzuflechten, was der eigentlich banalen Geschichte eine komplexe Note gibt. Zwar sind die Action-Szenen, gemessen auf die Länge des Filmes, so rar gesät wie Zitronen-Plantagen in der Wüste, dafür sind diese meisterhaft in Szene gesetzt. Egal ob Banküberfall, Geldübergabe, Hotelerstürmung oder Flughafen-Versteckspiele: Die Inszenierungen der Action-Sequenzen sind für mich bis heute unerreicht brilliant, vor allem die 20minütige Schiesserei in den Strassen von Los Angeles ist an Realismus kaum zu überbieten und einer der ganz grossen Höhepunkte. Auch filmtechnisch zieht Michael Mann alle Register eines Profis: Die Musik ist perfekt in das Geschehen eingebunden, die Kameraführung hätte einen Oscar verdient! Doch über allem steht die mimische Göttlichkeit von Al Pacino und Robert de Niro. Der triumphale Höhepunkt dieses Zusammenspiels ist ein Kaffeekränzchen in einem Autobahnrestaurant: Wie sie diese an Banalität kaum zu übertreffende Szenerie mit ihrer Präsenz ausfüllen und beleben kommt für mich, als bekennender Fan der beiden Mimen, einem filmhistorischen Orgasmus gleich! Und so empfehle ich HEAT all jenen Exsilanern, die sich von der Flut an oberflächlichen Action-Knallern erdrückt fühlen. Der Film ist Drama, Thriller und Charakter-Studie in einem, verpackt in einer Hochglanz-Inszenierung und einer Cast, die mir die Feuchtigkeit in die Augen treibt! Labels: Exsila-Filmkritik, Film-Tipps, Filme
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